Master Arbeit

Sandro Angetrieben von der Vision, die Biodiversität mit Hilfe eines standortbasierten Handyspiels zum Alltagsthema Jugendlicher zu machen, meldete ich mich für den “Digital Ideation” Master an der Hochschule Luzern an. Ich vertiefte mich in den Bereichen User Experience und Gamedesign und schrieb meine Masterarbeit mit dem Titel "Verzauberung der Biodiversität durch ein Handyspiel - Wie kann ein standortbasiertes Lernspiel die Verbundenheit der Spieler:innen mit der Natur erhöhen und sie dazu motivieren, ökologische Kleinstrukturen aufzubauen?" Im Rahmen dieser Arbeit machte ich eine große Umfrage bei Jugendlichen, um herauszufinden, wie die Gen-Z zum Thema Biodiversität steht. Dies machte ich mit einem riesigen QR-Code an unterschiedlichen Standorten in Zürich und Luzern. Die Aktion war ein grosser Erfolg.

Anura-League, Sandro Ulrich, Bienenkostüm, Masterarbeit

Abstract

Die biologische Vielfalt ist stark rückläufig und die Bereitschaft der Bevölkerung, etwas zu unternehmen, ist begrenzt. Ziel dieser Forschungsarbeit ist es, die theoretischen Grundlagen für die Entwicklung eines Handyspiels zu schaffen, das bei einer naturentfremdeten Zielgruppe ein Gefühl der Naturverbundenheit auslöst und den Wunsch weckt, die Biodiversität selbst zu fördern. Im Rahmen dieser Arbeit werden Spielmechaniken entwickelt, die folgende Kernfragen beantworten sollen:

  • Wie kann ein Spiel die "unsichtbare" Pflanzenvielfalt sichtbar machen?

  • Wie kann ein Spiel Umweltwissen vermitteln?

  • Wie kann ein Spiel zu forschenden Naturerlebnissen in der unmittelbaren Umgebung motivieren?

  • Wie kann ein Spiel die Spieler:innen dazu motivieren, ökologische Infrastrukturen zu schaffen und zu erhalten?

Zur Beantwortung dieser Kernfragen wurde Forschung in den Bereichen Game Design, Psychologie, Storytelling und Biodiversität betrieben. Neben umfangreichen Recherchen am Schreibtisch sind die Ergebnisse von 4 Experteninterviews, 9 qualitativen Expertenbefragungen und einer quantitativen Umfrage, an der 642 potenzielle Nutzer:innen teilnahmen, miteingeflossen.

Es hat sich gezeigt, dass Handyspiele eine wirkungsvolle Methode sind, um junge Menschen zu erreichen. Indem die reale Welt und die Spielwelt durch Objekte, Interaktionen und Erzählungen miteinander verschmelzen und reale Tiere und Pflanzen als physische Spielobjekte greifbar werden, kann die Spielmechanik so gestaltet werden, dass eine spezifische Interaktion mit diesen Objekten der realen Welt gefördert wird. Diese Naturerlebnisse können die Verbundenheit mit der Natur erhöhen, das Problembewusstsein schärfen und die Einstellung sowie die Wahrscheinlichkeit biodiversitätsaffinen Handelns verändern. Von Spieler:innen geschaffene ökologische Infrastrukturen (Mikrohabitate wie z.B. eine Pflanzung im Balkon) sind über einen Habitats-Marker mit der Spielwelt verbunden. Durch ein spielinternes Anreizsystem können gezielte Interaktionen mit diesem Mikrohabitat ausgelöst werden, was die Biodiversität direkt fördert.

Unter anderem wurde ein Rahmenwerk entwickelt, das die Ausarbeitung von Spielmechaniken ermöglicht, die sich mit der Förderung biologischer Vielfalt befassen.

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